 |  |  | | | Paul Wolf ist Ernst Vlcek - der Expokrat aus Wien
Im Sprachgebrauch der PERRY RHODAN-Fans galt Ernst Vlcek jahrelang als einer der
»Expokraten«: Über 15 Jahre lang steuerte er nach dem frühen Tod von William Voltz
die Handlung der Science-Fiction-Serie, bis er sich im Herbst 1999 aus der »Exposé-
Factory« zurückzog, um sich künftig stärker um seine eigenen Romane kümmern zu
können. Wie vielseitig Vlceks Autorentalent letzten Endes ist, wissen vor allem jene
Leser zu schätzen, die auch seine Fantasy- und Horror-Romane kennen. Denn damit
begeisterte der Österreicher in den 70er Jahren bereits seine Fans.
Wie viele andere Autoren des fantastischen Genres publizierte der am 9. Januar 1941 in
Wien geborene Ernst Vlcek seine ersten Kurzgeschichten und Erzählungen in
kleinauflagigen Fanzines der zahlreichen Fan-Clubs. Vor allem anfangs der 60er Jahre
gehörten seine pointierten Geschichten zu den beliebtesten Beiträgen, dazu kamen
Vlceks Zeichnungen, die ihm darüber hinaus einen Namen als begabten Grafiker
einbrachten. Wie Hubert Straßl alias Hugh Walker gehörte Vlcek in den sechziger Jahren
zum österreichischen Fanclub Austrotopia.
Nach ersten Romanen, die er gemeinsam mit anderen Wiener Autoren verfaßte,
publizierte Vlcek ab 1966 seine im Alleingang geschriebenen Heftromane, darunter den
achtbändigen Zyklus »Die Wunder der Galaxis«, in dem der Einfluß des Amerikaners
A.E. van Vogt deutlich wird, und den Zweiteiler »Die Androidenjäger«/»Die
Menschenmacher«, der im Oktober 2000 bei Moewig fantastic in Buchform publiziert
wurde. Ein weiterer Heftromanzyklus um die »Evolutionspolizei« erreichte acht Bände.
Ab 1968 stieß er zum erweiterten PERRY RHODAN-Team; er schrieb anfangs
Taschenbücher und später ATLAN-Hefte, bevor er endgültig bei PERRY RHODAN
einsteigen konnte.
1970 beschloß Vlcek, seinen bürgerlichen Beruf als Vertreter für Büromaschinen
aufzugeben und als freier Schriftsteller sein Glück zu versuchen. Vor allem für die Fans
der Fantasy- und Horror-Literatur erwies sich dies als Glück: Zusammen mit Kurt Luif
(alias Neal Davenport) entwickelte Vlcek die Horror-Serie »Dämonenkiller«, für die er
auch zahlreiche Romane und einige Taschenbücher schrieb. Die Serie galt als beste
Horror-Serie der 70er Jahre und wird derzeit in Buchform beim Zaubermond-Verlag
nachgedruckt und fortgeführt. Vlcek hat einen neuen Beitrag zu diesem Thema nicht
ausgeschlossen. 1978 erschien zudem innerhalb der Vampir-Reihe des Pabel-Verlages die
von ihm ebenfalls mit Kurt Luif konzipierte Serie »Hexenhammer«, die es auf zwanzig
Hefte brachte.
Von 1973 bis 1974 engagierte sich Vlcek bei DRAGON - für die erste deutschsprachige
Fantasy-Serie schrieb Vlcek insgesamt zwölf Romane und lieferte sogar einige
Titelbilder. Immer wieder ließ er gerne Horror-Elemente in seine Beiträge einfließen,
gestaltete beispielsweise recht früh die sogenannten Horden der Nacht und ließ gegen
Ende der Serie die Leser das Grauen in den Blutburgen miterleben.
Nachdem DRAGON eingestellt worden war, entwickelte der in Brunn bei Wien lebende
Autor eine Reihe eigener Romane und war vor allem bei PERRY RHODAN sehr aktiv.
Als ihm das Angebot gemacht wurde, Exposés für die Fantasy-Serie MYTHOR zu
schreiben, war er sofort Feuer und Flamme. Insgesamt 161 Handlungsvorgaben der
Hefte 21-181 für die bisher erfolgreichste deutsche Fantasy-Serie stammten von ihm,
sowie 22 Romane, die bis auf eine Ausnahme unter seinem Pseudonym Paul Wolf
erschienen. In ihnen geizte er nicht mit großen Themen: Neben dem klassischen Sujet der
Suche des Helden nach dem Weltenrätsel vernichtete er die Welt und erschuf sie wieder
neu.
Als William Voltz im Jahr 1984 überraschend starb, entschied die Redaktion, Ernst
Vlcek mit der Steuerung der PERRY RHODAN-Serie zu beauftragen. Er löste in der
Folge die Serie aus den Zwängen heraus, in die sie sich teilweise manövriert hatte, und
führte mit dem Zyklus »Die Große Leere« seinen Weltraumhelden sogar auf »die andere
Seite des Universums«. Bei dieser Aufgabe standen ihm zeitweise Thomas Ziegler, Kurt
Mahr und zuletzt Robert Feldhoff zur Seite; letzterer ist seitdem für die
Handlungsfortführung verantwortlich. | |  |      |  |  | Mythor ist ein eingetragenes Warenzeichen der Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt. |